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Periodenbademode ist eines der Produkte, bei denen das Marketing schöner klingt als die Physik – und genau da werde ich neugierig. Als ehemalige Kosmetikchemikerin lese ich Materiallisten, bevor ich mir die Modelfotos ansehe: Welche Membran steckt im Schritteinsatz, ist das ein echtes PUL-Laminat, wie viele Milliliter saugt der Kern, und – die ehrlichste Frage von allen – kann das Ding überhaupt schwimmen oder ist es nur ein hübscher Auslaufschutz für die Strandliege? Dieser Ratgeber beantwortet genau das: Welche deutschen Marken wirklich Periodenbademode machen, welche nur so aussieht, wie der „rosa Schleier" im Wasser tatsächlich funktioniert – und warum kein Periodenbikini allein ein Tampon oder eine Tasse ersetzt, sobald deine Tage mittel oder stark sind.
Das Wichtigste in Kürze
- Breiteste Auswahl (für die meisten): die The Female Company bietet als Einzige eine klare Trennung zwischen Strand-Slip (kurze Wasseraufenthalte) und echter ACTIVE-Schwimmlinie.
- Transparenteste Angaben: MYLILY beziffert die Saugleistung ehrlich in ml, ist OEKO-TEX-zertifiziert und sagt selbst, dass Bademode Zusatzschutz ist – kein Tampon-Ersatz.
- Preis-Tipp: der Selenacare-Badeanzug startet ab 27,90 € aus recyceltem ECONYL® – für leichte Tage der günstigste Einstieg.
- „Bikini" heißt nicht automatisch „schwimmtauglich": ooia ist die stärkste Marke – rät aber selbst vom Schwimmen ab. Ihre Beachwear ist Auslaufschutz an Land, kein Schwimm-Bikini.
- Doppelt absichern: Periodenbademode saugt im Wasser begrenzt. An mittleren bis starken Tagen immer mit Tampon oder Menstruationstasse kombinieren.
Wie ich bewertet habe
Vorab in aller Ehrlichkeit: Ich habe diese Bademode nicht selbst im Pool getragen, keine Saugmengen im Labor gemessen und keine Stichprobe von Trägerinnen befragt – und ich erfinde so etwas auch nicht. Meine Wertungen sind eine redaktionelle Einschätzung auf Basis der von den Marken veröffentlichten Spezifikationen (Materialaufbau, Membran-Typ, ml- bzw. Tampon-Angaben), der OEKO-TEX- und Biozid-Aussagen auf den jeweiligen Produktseiten und der verifizierten Preise im deutschen Handel (Stand Juni 2026). Wo eine Zahl belastbar war, nenne ich sie; wo eine Marke nur vage formuliert, sage ich das deutlich.
Zur Reihenfolge: Ich ranke für die typische Käuferin, die im Sommer mit Periode an den Strand oder ins Schwimmbad will – nach Auswahl, Transparenz und ehrlicher Schwimmtauglichkeit. Die „Unsere Wertung" daneben bewertet jede Marke für sich. Und eine Grenze ziehe ich klar: Ich bin Material- und Textil-Mensch, keine Frauenärztin. Alles Klinische – sehr starke Blutung, PCOS, Endometriose, Wochenfluss nach der Geburt – gehört in die Hände von Frauenarzt oder Frauenärztin bzw. deiner Hebamme, nicht auf eine Vergleichsseite.
Die beste Periodenbademode 2026 im Überblick
| Marke | Beste für | Saugstärke / Material | Preis (ab) |
|---|---|---|---|
| The Female Company (#1) | Größte Auswahl, echtes Schwimmen (ACTIVE) | Stay-Dry®, OEKO-TEX, PFAS-getestet | 44,90 € (Slip) / 69,90 € (Badeanzug) |
| MYLILY (#2) | Transparenz & Größenvielfalt | bis 10 ml (Badeanzug), OEKO-TEX, XXXS–XXXL | 39,95 € (Bikinihose) / 54,95 € (Badeanzug) |
| Snuggs (#3) | Dünner Aufbau, leichte Tage | ~1 Tampon, PUL, 1,5 mm, PFAS-getestet | 26,60 € (Bikini-Teil) / 48,30 € (Badeanzug, Sale) |
| Selenacare (#4) | Preis-Tipp, recyceltes Material | 5 ml (leicht), ECONYL®, biozidfrei | 17,90 € (Slip) / 27,90 € (Badeanzug) |
| ooia (#5) | Strand-Optik an Land (NICHT schwimmen) | PUL, Medium (~2–3 Tampons), OEKO-TEX | 37,95 € (Slip) / 35,95 € (Top) |
Preise Stand Juni 2026; Marken-Direktpreise. Tagespreise und Sale-Aktionen schwanken – vor dem Kauf den Live-Preis prüfen. Marken, die laut Recherche keine Bademode führen (z. B. Femtis und Kora Mikinos einziger, derzeit ausverkaufter Bikini), erwähne ich unten ehrlich, aber nicht als Schwimm-Pick.
1. The Female Company – die größte Auswahl mit echtem Schwimm-Modus
The Female Company Perioden Badeanzug & ACTIVE
Breiteste Auswahl plus die einzige klare Trennung zwischen Strand-Slip und echter ACTIVE-Schwimmlinie – mit OEKO-TEX und PFAS-Test auf der Slip-Seite.
Preis bei The Female Company ansehen →Hier sitzt für die meisten der naheliegende Start: Die The Female Company führt eines der breitesten Periodenbademode-Sortimente im deutschen Markt – Beach-Slips, High-Waist- und Tie-Slips, einen Perioden Badeanzug (69,90 €) und sogar eine eigene Teens-Linie. Der entscheidende Pluspunkt ist die Ehrlichkeit der Marke gegenüber sich selbst: Sie trennt sauber zwischen klassischer Bademode für „kurze Wasseraufenthalte, leichte bis mittlere Stärke" und der teureren ACTIVE-Linie (ab 59,90 €) fürs echte Schwimmen. Genau diese Unterscheidung suchst du, wenn du wirklich ins Wasser willst und nicht nur am Beckenrand sitzt.
Materialseitig überzeugt mich der Aufbau: eine 4-schichtige Stay Dry®-Einlage, die Flexi Technology® als flexible Saugeinlage und – auf der Slip-Produktseite ausdrücklich – OEKO-TEX® Standard 100 samt „ohne Biozide und PFAs". Die ACTIVE-Schwimmlinie ergänzt ein Panty-in-Panty-System® und einen WaterStop Silikon®-Abschluss, der Wassereintritt und seitliches Auslaufen bremsen soll. Ein ehrlicher Haken bleibt: Die Saugleistung der Bademode ist nicht in Millilitern beziffert (nur die normalen Periodenslips geben „ca. 9–12 ml" an), und die Linien heißen je nach Seite „ACTIVE" oder „PERFORMANCE®" – das verwirrt beim Kauf. Wer „Perioden Bikini" bestellt und echtes Schwimmen erwartet, braucht bewusst die ACTIVE-Variante, nicht den günstigeren Beach-Slip.
- Pro: mit Abstand größte Auswahl; klare Trennung Beach vs. ACTIVE (echtes Schwimmen); OEKO-TEX + PFAS-Test auf der Slip-Seite belegt; eigene Teens-Linie; Stay-Dry®-Mehrschichtaufbau.
- Contra: verwirrende Doppelbenennung (ACTIVE/PERFORMANCE®); Saugleistung der Bademode nicht in ml ausgewiesen; Badeanzug 69,90 € und ACTIVE 59,90 € liegen im oberen Segment; OEKO-TEX nur für die Slip-Seite belegt, für ACTIVE unbestätigt.
2. MYLILY – die transparenteste, mit der breitesten Größenrange
MYLILY Perioden Badeanzug Sportiv
Saugleistung ehrlich in ml beziffert, OEKO-TEX direkt auf der Badeanzug-Seite und eine ungewöhnlich inklusive Größenrange von XXXS bis XXXL.
Preis bei MYLILY ansehen →Was mir als Datenblatt-Leserin bei MYLILY gefällt, ist die Klarheit. Der Perioden Badeanzug Sportiv (54,95 €) saugt laut Marke „bis zu 10 ml" – ungefähr zwei Tampons –, die passende Perioden Bikini Hose Basic Slip (39,95 €) sogar „bis zu 30 ml". Statt vager Versprechen bekommst du eine konkrete Hausnummer, mit der du planen kannst. Der Badeanzug ist auf der Produktseite ausdrücklich OEKO-TEX®-zertifiziert und „frei von Bioziden", und die Größenrange reicht von XXXS bis XXXL – das ist im Periodenbademode-Segment selten so inklusiv.
Der 4-Schicht-Aufbau ist auf MYLILYs Erklärseite sauber dokumentiert: innen Polyester, dann eine Saug- und Verteilschicht, eine dichte Barriereschicht gegen Auslaufen und außen ein elastisches Funktionsgewebe. Ehrlich bleibt: Die Barriere ist hier eine dichte Polyesterschicht, nicht ausdrücklich als PUL- oder TPU-Membran ausgewiesen (anders als bei MYLILYs Periodenunterwäsche, die eine Membran nennt). Und die Marke sagt selbst klar, dass die Bademode „zusätzlicher Schutz zu Tampon oder Menstruationstasse" ist und im Wasser Menstruationsblut nicht von Poolwasser unterscheiden kann – ein Satz, den ich für vorbildlich ehrlich halte. Kleiner Transparenz-Abstrich: Auf der Bikinihose-Seite steht nur „biozidfrei", OEKO-TEX und ein expliziter PFAS-Claim fehlen dort.
- Pro: ml-Angaben transparent (10 ml Badeanzug, bis 30 ml Bikinihose); Badeanzug OEKO-TEX-zertifiziert + biozidfrei; sehr inklusive Größen XXXS–XXXL; sagt ehrlich, dass Bademode Zusatzschutz ist.
- Contra: Barriere ist dichte Polyesterschicht, nicht als PUL/TPU-Membran benannt; auf der Schwimm-Bikinihose kein ausgewiesenes OEKO-TEX/PFAS; Schwimmware ist Polyester/Nylon, nicht Bio-Baumwolle; Premium-Preis.
3. Snuggs – der dünne Aufbau, ehrlich fürs Wasser positioniert
Snuggs Perioden-Bademode Badeanzug
Nur 1,5 mm dünn, PUL-Barriere und auf jeder Bademode-Seite ein PFAS-Test. Klar zum Schwimmen positioniert – aber nur leichte Saugstärke.
Preis bei Snuggs ansehen →Snuggs macht etwas, das ich als Materialmensch schätze: Die Marke trennt ihre Periodenunterwäsche (die nicht zum Schwimmen empfohlen wird) sauber von einer eigenen Perioden-Bademode-Linie, die ausdrücklich fürs Schwimmen während der Periode gedacht ist. Der Badeanzug ist mit nur 1,5 mm bemerkenswert dünn und trotzdem vierschichtig aufgebaut, mit einer undurchlässigen Lage aus 95 % Baumwolle / 5 % PUL – ein echtes Polyurethan-Laminat als Barriere. Auf jeder Bademode-Produktseite steht klar: „Alle Materialien sind laborgetestet auf PFAS. Keine nachweisbare Konzentration von PFAS." Dazu kommen recycelte Materialien, UV-Schutz 50+ und EU-Ecolabel.
Der ehrliche Dämpfer steht direkt auf der Produktseite: Die Bademode hat nur leichte Saugstärke (~1 Tampon), ausdrücklich „für schwächere Tage". Im Wasser ist Periodenbademode ohnehin eher Auslaufschutz als Hauptschutz – bei Snuggs gilt das doppelt. Beim Abruf waren außerdem mehrere Bademode-Größen ausverkauft (der Bikini-Brief in Schwarz komplett), die Verfügbarkeit wirkt instabil. Und: Während OEKO-TEX bei Snuggs' Periodenunterwäsche stark beworben wird, ist es speziell für die Bademode nicht ausgewiesen (dort stehen GRS und EU-Ecolabel) – eine kleine Inkonsistenz in der Zertifikatskommunikation. Wer es dünn und unauffällig mag und an leichten Tagen schwimmt, ist hier gut aufgehoben.
- Pro: sehr dünner 1,5-mm-Aufbau; echte PUL-Barriere; PFAS-Test auf jeder Bademode-Seite belegt; ausdrücklich zum Schwimmen positioniert; recycelte Materialien + UV-Schutz 50+; aktuell 30 % Rabatt.
- Contra: nur leichte Saugstärke (~1 Tampon, „schwächere Tage"); beim Abruf mehrere Größen ausverkauft; OEKO-TEX für die Bademode nicht ausgewiesen (nur GRS/Ecolabel); regulär 69,00 € im oberen Segment.
4. Selenacare – der günstige Einstieg aus recyceltem ECONYL®
Selenacare Perioden Badeanzug
Der günstigste Badeanzug im Feld, aus recyceltem ECONYL®-Nylon und unter 2 mm dünn – aber mit der niedrigsten Saugstärke (5 ml „leicht").
Preis bei Selenacare ansehen →Wer den Einstieg sucht, ohne 50 € und mehr auszugeben, landet bei Selenacare. Der Perioden Badeanzug kostet aktuell 27,90 € (UVP 39,90 €), der Perioden Bikini Slip sogar nur 17,90 € – das ist deutlich günstiger als der Rest des Feldes. Materialseitig mag ich das Außengewebe aus recyceltem ECONYL®-Nylon (82 % recycelte Materialien, Stoffe aus Italien) und den unter 2 mm dünnen 4-Schicht-Aufbau (SELENAtec®) mit einer auslaufsicheren Membran; in der Materialliste taucht „1 % Polyurethan" auf, was plausibel die PUL-Barriere ist – die Marke nennt es so allerdings nicht ausdrücklich.
Der Grund, warum Selenacare hier nicht weiter oben steht, ist die Saugstärke: nur „leicht (5 ml)" – die niedrigste im Vergleich. Die Marke empfiehlt selbst, an mittleren bis starken Tagen mit Tampon oder Tasse zu kombinieren und solo nur an leichten Tagen zu tragen. Dazu zwei Transparenz-Punkte: Ein OEKO-TEX-Siegel speziell für die Bademode ist auf der Produktseite nicht ausgewiesen (die OEKO-TEX-Story der Marke hängt v. a. am silberhaltigen SILVERPLUS®, das in der biozidfreien Bademode gar nicht steckt), und das „Bikini Oberteil" saugt nicht – es ist nur Standard-Schwimmtextil zum Set. Als preiswerter Auslaufschutz für leichte Tage am Wasser ist der Selenacare-Badeanzug trotzdem ein fairer Tipp.
- Pro: günstigster Einstieg (Slip 17,90 €, Badeanzug 27,90 €); recyceltes ECONYL®-Außenmaterial; unter 2 mm dünn; biozidfrei; ordentliche Größenrange XS–XL.
- Contra: niedrigste Saugstärke (5 ml „leicht"); OEKO-TEX für die Bademode nicht produktseitig belegt; Bikini-Oberteil ohne Saugfunktion; Dauer-Sale-Optik statt echtem Schnäppchen.
5. ooia – die schönste Strand-Optik, die aber ehrlich nicht zum Schwimmen ist
ooia Capri Perioden Bikini
Stilvollste Strand-Optik und Deutschlands stärkste Periodenunterwäsche-Marke – aber ooia rät selbst vom Schwimmen ab. Auslaufschutz an Land, kein Schwimm-Bikini.
Preis bei ooia ansehen →Ich nehme ooia bewusst in diese Liste – aber mit dem größten Sternchen. ooia ist die selbsterklärte „Marktführerin für Periodenunterwäsche in Deutschland", und ihre Revolutionized Beach Collection (Capri- und Shiny-Bikini-Slips ab 37,95 €, Tops ab 35,95 €, 3-teiliges Set 102,85 €) sieht aus wie echte Sommer-Bademode. Hier kommt das ehrliche Aber, und es ist groß: ooia sagt auf der eigenen Beachwear-Seite ausdrücklich, dass weder die Perioden-Beachwear noch die reguläre Periodenunterwäsche zum Schwimmen oder für den Aufenthalt im Wasser geeignet ist. Der Grund ist genau die Physik, um die es in diesem Ratgeber geht: Die saugende Membran saugt sich im Wasser mit Flüssigkeit voll und nimmt dann kein Blut mehr auf.
Das heißt nicht, dass das Produkt schlecht ist – es ist nur etwas anderes, als der Begriff „Periodenbikini" suggeriert. Gedacht ist die Beachwear fürs Sonnenbaden, die Strandliege und Stand-Sport wie Beachvolleyball: Auslaufschutz an Land mit Strand-Optik, nicht zum Schwimmen. Materialseitig ist ooia stark – ein 3-Schicht-Gusset mit innen Merinowolle, außen einer 100 % Polyurethan-Membran (PUL bestätigt), OEKO-TEX STANDARD 100 und der Aussage „geprüft auf über 1.000 Schadstoffe, darunter PFAS". Bei der Beachwear-Saugstärke ist ooia inkonsistent (mal „bis zu drei Tampons", mal „2 Tampons") – ich führe sie deshalb als „Medium". Wenn du eine schöne Strand-Optik mit Auslaufschutz an Land willst, ist ooia top. Willst du wirklich schwimmen, nimm eine der echten Schwimm-Linien weiter oben.
- Pro: schönste Strand-Optik; PUL-Membran (100 % Polyurethan) bestätigt; OEKO-TEX STANDARD 100 + PFAS-Prüfung; sehr inklusive Größen 32–52(54); transparent ehrliche Marke.
- Contra: 🔴 laut ooia selbst NICHT zum Schwimmen / für den Wasseraufenthalt geeignet – das größte Aber; Beachwear-Saugstärke inkonsistent angegeben; Premium-Preise (Sets 100 €+).
Kaufberatung: Wie Periodenbademode wirklich funktioniert
Bevor du dich entscheidest, lohnt der nüchterne Blick auf die Physik – und hier komme ich als Material-Mensch endlich auf meine Kosten.
Der „rosa Schleier" – ehrlich in beide Richtungen. Die schöne Wahrheit zuerst: Schwimmen mit Periode ist sicher, und das Wasser stoppt deinen Zyklus nicht – nur der hydrostatische Druck des Wassers kann den Fluss vorübergehend verlangsamen, wie auch der medizinisch geprüfte Überblick bei WebMD bestätigt. In der Praxis saugt sich der Schritteinsatz im Wasser mit Poolwasser voll; steigst du aus, läuft beim Aufrichten allenfalls leicht getöntes Wasser ab – kein Blutschwall, sondern stark verdünnte Spuren. Die unbequeme Wahrheit daneben: Genau weil sich die Membran mit Wasser vollsaugt, ist keine Periodenbademode allein ein Tampon- oder Tassen-Ersatz, sobald deine Tage mittel oder stark sind. Mehrere der hier verglichenen Marken sagen das selbst. Die Regel lautet also: an leichten Tagen ggf. solo, an stärkeren Tagen immer doppelt absichern – mit einem eingeführten Produkt kombinieren.
Saugstärke richtig lesen. Marken messen unterschiedlich – die einen in Millilitern (MYLILY: „bis 10 ml"; Selenacare: „5 ml"), die anderen in Tampon-Äquivalenten (Snuggs: „~1 Tampon"). Eine höhere Zahl ist nicht automatisch „besser": Entscheidend ist, dass die Saugstärke zu deinem Tag passt, und für echtes Schwimmen zählt die wasserabweisende Außenseite oft mehr als der Saugkern.
PUL/TPU-Barriere und der Schritteinsatz. Das Herz jeder Periodenbademode ist die undurchlässige Lage – meist ein PUL-Laminat (Polyurethan), das verhindert, dass Blut durch den Gusset nach außen tritt. Bestätigt finde ich echtes PUL bei ooia (100 % Polyurethan) und Snuggs (95 % Baumwolle / 5 % PUL); andere Marken nutzen dichte Polyester- oder Polyurethan-Anteile, nennen es aber nicht ausdrücklich „Membran". Für die Funktion ist wichtiger, dass eine dichte Barriere da ist, als wie sie heißt.
OEKO-TEX und PFAS richtig einordnen. Die belastbarste Aussage ist OEKO-TEX STANDARD 100: Er zertifiziert, dass das Textil auf über 1.000 Schadstoffe geprüft und gesundheitlich unbedenklich ist. Wichtig: OEKO-TEX zertifiziert keine Wasserdichtheit, keine Haltbarkeit und keine Bio-Herkunft – nur chemische Schadstoffsicherheit. „PFAS-frei"-Aussagen der Marken beruhen dagegen auf markeneigenen Tests, nicht auf einer eigenen Zertifizierung – das ist kein Grund zur Panik, aber ein Unterschied. Dass das Thema ernst genommen wird, zeigte 2023 der US-Vergleich der Marke Thinx: Sie zahlte im Settlement bis zu 5 Mio. US-Dollar wegen PFAS-Vorwürfen, ohne ein Fehlverhalten einzugestehen – ein Streit zwischen Klägerseite und Marke, keine festgestellte Tatsache gegen die ganze Kategorie.
Chlor, Salzwasser und Hygiene. Im Schwimmbad desinfiziert Chlor das Beckenwasser, und die enorme Verdünnung macht eine relevante Keimübertragung durch eine Spur Blut praktisch unmöglich – Hygieniker ordnen das Risiko als verschwindend gering ein. Pflege-Praxis: Bademode nach dem Tragen kalt ausspülen (Blut, Chlor, Salzwasser), dann schonend im Wäschenetz waschen, kein Weichspüler – sonst leidet die Saugleistung. Und beim Schwimmen mit eingeführtem Produkt: Tampons nach jedem Badegang wechseln, weil sie Bad-/Poolwasser aufsaugen.
Du willst tiefer einsteigen? Lies, wie Schwimmen mit Periode ohne Tampon wirklich klappt, ob für dich eher ein Periodenbikini oder ein Badeanzug passt, und worauf es bei Periodenbademode für Teenager und die erste Periode ankommt.
Häufige Fragen
Das hängt von deiner Priorität ab. Für die größte Auswahl mit einer echten Schwimm-Linie ist die The Female Company mein Tipp, weil sie sauber zwischen Strand-Slip und ACTIVE-Schwimmlinie trennt. MYLILY überzeugt durch transparente ml-Angaben, OEKO-TEX und eine sehr inklusive Größenrange. Für den günstigsten Einstieg an leichten Tagen ist der Selenacare-Badeanzug ab 27,90 € attraktiv. Wichtig: Marken wie ooia sehen toll aus, raten aber selbst vom echten Schwimmen ab.
Nein – jedenfalls nicht an mittleren bis starken Tagen. Periodenbademode saugt im Wasser begrenzt, weil sich der Schritteinsatz mit Poolwasser vollsaugt und dann weniger Blut aufnimmt. Mehrere Marken sagen das selbst. An leichten Tagen kannst du sie solo tragen; an stärkeren Tagen solltest du immer doppelt absichern und mit einem eingeführten Produkt wie Tampon oder Menstruationstasse kombinieren.
In aller Regel nicht dramatisch. Der hydrostatische Druck des Wassers verlangsamt den Fluss vorübergehend, und die enorme Verdünnung im Becken macht aus eventuellen Spuren stark getöntes, kaum sichtbares Wasser – keinen Blutschwall. Beim Aussteigen kann eingesaugtes Wasser leicht abtropfen. Mit einem zusätzlichen Tampon oder einer Tasse an stärkeren Tagen ist die Sorge praktisch gegenstandslos.
ooia hat eine schöne Beach Collection, sagt aber auf der eigenen Beachwear-Seite ausdrücklich, dass weder die Perioden-Beachwear noch die reguläre Periodenunterwäsche zum Schwimmen oder für den Aufenthalt im Wasser geeignet ist. Die saugende Membran saugt sich im Wasser voll und nimmt dann kein Blut mehr auf. ooias Beachwear ist also Auslaufschutz mit Strand-Optik an Land – kein echter Schwimm-Bikini. Zum Schwimmen eignen sich Linien, die genau dafür gemacht sind.
Die verlässlichste Kennzeichnung ist OEKO-TEX STANDARD 100, der das Textil auf über 1.000 Schadstoffe prüft – mehrere Marken wie The Female Company und MYLILY weisen ihn auf Produktseiten aus. „PFAS-frei"-Aussagen beruhen dagegen meist auf markeneigenen Labortests, nicht auf einer eigenen Zertifizierung. Das ist kein Grund zur Panik, aber ein Unterschied, den du kennen solltest. OEKO-TEX selbst zertifiziert keine Wasserdichtheit und keine Bio-Herkunft, sondern nur chemische Schadstoffsicherheit.
Dazu bin ich nicht die richtige Adresse – das ist eine klinische Frage. Der Wochenfluss (Lochien) gehört zur Wundheilung und unterscheidet sich von der Menstruation; saugende Produkte saugen sich im Wasser voll, und im Wochenbett wird ohnehin von eingeführten Produkten abgeraten. Bitte halte dich an die Empfehlungen deiner Hebamme oder deines Frauenarztes bzw. deiner Frauenärztin und an Bundesquellen wie familienplanung.de. Mehr dazu in meinem Ratgeber zur Wochenbett-Unterwäsche.